Das Zwischenexamen ist ein weiterer Begriff, der mir vor der Ausbildung nicht geläufig war. Naja gut, es war kein Fremdwort, jedoch war mir nicht bewusst, dass ich während meiner Pflegeausbildung eins absolvieren muss. Tatsächlich muss man auch nicht nur ein Zwischenexamen absolvieren, sondern insgesamt vier Stück. Zwei schriftliche, ein mündliches und ein praktisches Zwischenexamen. Zu letzterem möchte ich euch gerne mal etwas erzählen und auch ein bisschen von meinem berichten, welches ich schon geschafft habe.

Das praktische Zwischenexamen läuft genauso wie eine praktische Begleitung ab und wird von einem Dozenten und Praxisanleiter abgenommen. Wenn man die Ausbildung regelkonform durchläuft, hat man das schon ein oder zwei Mal erlebt. Der Unterschied ist lediglich, dass man dieses Mal von zwei Prüfern begutachtet wird. Also läuft man während der Prüfung als Dreiertrüppchen durch die Gegend, was genauso bescheuert aussieht, wie es sich auch anhört :D. Ich war tatsächlich die Erste aus meinem Jahrgang, welche ihr praktisches Zwischenexamen hatte und wäre sicherlich auch extrem aufgeregt gewesen, wenn ich nicht total krank gewesen wäre. Ich habe mich schon eine Woche vor dem Examen zur Arbeit gequält, wollte mich aber auf keinen Fall krank melden, da ich es einfach hinter mich bringen wollte. Mein Körper hatte keine Kraft mehr für jegliche Gefühle wie Aufregung und Angst, demnach habe ich das ganze ziemlich locker genommen, was ich echt nur empfehlen kann (also das ganze locker zu nehmen, krank zu arbeiten ist keine Empfehlung meinerseits). Im Endeffekt ist die Note des Zwischenexamens auch nicht von großer Wichtigkeit, sie wird nicht in die Abschlussnote mit eingerechnet und beim Nichtbestehen gibt es auch keine Konsequenzen. Ich habe aber gehört, dass die Ausbildungsjahrgänge nach unserem Jahrgang bestehen müssen. Welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wenn man es nicht besteht, weiß ich leider nicht. Um nicht zu bestehen muss man schon echt Mist bauen und den Patienten gefährden, also wie gesagt, keine Panik schüren!

Jetzt mal zum Ablauf des Ganzen: den Termin des Zwischenexamens erhielt ich Monate im Voraus, sodass ich mir immer sagte, das dauert ja noch ewig, bis es dann total plötzlich am nächsten Tag war. Einen Tag vor der Prüfung wurde mir mitgeteilt, wer meine Patienten für die Prüfung sein werden und diese suchte ich dann auf, um mir ein Bild von ihnen zu machen. Zu beiden Patienten muss eine Infosammlung und zu einem Patient eine Pflegeplanung geschrieben werden. Dies zu erklären führt jetzt ein bisschen zu weit, ist im Großen und Ganzen aber nichts schwieriges. Es bedeutet nur Infos über die Patienten zu erfragen und aus Akten zu suchen. Ich habe mir dann noch einen genauen Tagesplan geschrieben, wann ich welche Medikamente vorbereite und verabreiche, sowie welchen Patient ich wann und wie versorgen möchte. Das ergibt sich dann anhand der Medikationszeiten und PFlegebedürftigkeit der Patienten. Im Laufe des Vorbereitungstages wird man von beiden Prüfern angerufen und gefragt, ob alles in Ordnung ist und wann die Prüfer am nächsten Tag erscheinen sollen. Das darf man nämlich selber mitentscheiden und sollte man daran festlegen, wann man mit der Pflege anfangen wird. Das ergibt sich auch von selber, wenn man sich seine Tagesstruktur überlegt. Am nächsten Tag ist es dann soweit, voller Aufregung kommt man früher als sonst auf Station, geht noch mal alles durch, prüft ob die Medikamente und die Patienten noch so geblieben sind, wie am Vortag und ob man auch alles vorbereitet hat. Oder man kommt so wie ich, hustend und eine Minute vor Dienstbeginn angekrochen und misst heimlich bei sich selber Fieber. Die Prüfer kamen zur bestellten Uhrzeit und von da an kann man den Tag so gestalten wie man das mag. Ich habe den Prüfern zunächst eine kleine Übergabe gegeben, damit diese über die Patienten Bescheid wussten und anschließend die ersten pflegerischen Tätigkeiten ausgeübt. Nachdem die erste Runde geschafft war, habe ich die richtige Übergabe gemacht, also meine zuvor kurz beschriebenen Infosammlungen und eine Pflegeplanung vorgestellt. Im Anschluss daran musste ich nochmal pflegerische Tätigkeiten erledigen und diese Dokumentieren und anschließend habe ich eine Pause von 30 Minuten gemacht. Auch die gehört, wenn man sie nehmen möchte, ganz normal zur Prüfung dazu. Nach der Pause musste ich nur noch wenige Dinge erledigen und habe anschließend gesagt, dass ich fertig sei und gerne zu Reflexion übergehen würde. Reflexion bedeutet, dass man nochmal erklärt, warum man was genau getan hat, was einem gut gelungen ist und was einem eventuell weniger gut gelungen ist. Die Reflexion kann vieles retten, Fehler einzugestehen und zu sagen wie es eigentlich hätte laufen sollen, ist fast so gut wie es richtig gemacht zu haben. Danach ziehen sich die Prüfer zurück und eine Stunde später wurde ich dazu gerufen und habe meine Bewertung bekommen. Ich bin anschließend über eine Woche krankgeschrieben worden und war einfach nur froh es geschafft gehabt zu haben und dass es trotz meiner körperlichen Beschwerden dennoch gut lief

Ich hoffe eine Eindruck von der Situation vermittelt haben zu können und denjenigen die es noch vor sich haben ein bisschen die Angst genommen zu haben. Meiner Meinung nach ist das wichtigste sich eine gute Struktur zu überlegen und sich am Ende detailliert zu reflektieren, dann kann eigentlich nichts schief gehen! 🙂