Pflege, da verdienst du doch nichts?

Diese Annahme haben mit Sicherheit sehr viele und auch für mich war das immer ein Punkt, an dem ich lange überlegt habe, ob ich damit auf Dauer glücklich sein werde. Aber Pflege ist nicht gleich Pflege, es gibt verschiedene Berufsfelder in der Pflege mit variierenden Verdienstmöglichkeiten. Am besten verdienen natürlich die Personen mit administrativen Aufgaben, wie zum Beispiel Pflegedienstleitung oder Praxisanleiter. Auch ambulante Dienste sind weniger an die Tarifverträge gebunden und können dementsprechend andere Vergütungen auszahlen, als es im Krankenhaus gängig ist. Es kommt immer auf das Unternehmen an, für welches man sich nach der Ausbildung entscheidet. Zudem gibt es auch regionale Unterschiede! Im Saarland zum Beispiel verdienen Pflegekräfte nach Angaben des Lohnspiegels deutlich mehr. Ich persönlich kann nur sagen, dass das Ausbildungsgehalt wirklich im Rahmen liegt und man nicht unterbezahlt wird. Durchschnittlich wird die Ausbildung zur Kranken- bzw. Kinderkrankenpflege mit 950-1000 Euro brutto  im ersten Ausbildungsjahr vergütet. Sowohl nach Beendigung des 1. als auch 2. Ausbildungsjahres gibt es überdies einen Aufschlag von ungefähr 100 Euro. Manche meiner Freunde verdienen deutlich weniger in der Ausbildung, andere ähnlich, aber nur wenige mehr.  Außerdem gibt es in der Pflege natürlich Zuschläge, wenn man an Feiertagen oder nach 20 Uhr arbeitet. Klar hat es auch seine Nachteile, wenn man an Feiertagen arbeitet oder erst spät nach Hause kommt. Aber für manche Leute ist es am angenehmsten nachts zu arbeiten. Durch die Zuschläge, welche man über Nacht bekommt, ist dies finanziell besonders attraktiv. Ich persönlich habe Monate mit Zuschlägen von 50 bis 100 Euro erwirtschaftet, ohne nachts zu arbeiten, sondern durch Wochenendzuschläge oder den Nachtzuschlag der letzten halben Stunde der Spätschicht, nämlich von 20 bis 20:30 Uhr. Aber wie bereits erwähnt, es hat alles seine Vor- und Nachteile und ich zum Beispiel könnte niemals nur nachts arbeiten, dafür muss man einfach gemacht sein. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt in der Pflege liegt im Übrigen bei 2100 bis 2250 Euro brutto und steigt nach zehn Jahren Berufserfahrung und gleichbleibender Qualifikation auf 2760 bis 2900 Euro an.  Zudem werden verschiedene Fort- und Weiterbildungen im Rahmen der Pflege angeboten, mit dessen Abschluss ein höheres Gehalt gezahlt wird. Zum Beispiel durch das Weiterbilden zur Pflegedienstleitung oder mit einem berufsbegleitenden Studium zum Gesundheitsmanagement kann man das potentielle Einkommen deutlich steigern, sodass sich der damit verbundene Aufwand auf jeden Fall lohnt. In meinem Ausbildungsbetrieb selber wird zusätzlich zur Ausbildung noch ein duales Studium angeboten, sodass man nach dem beendeten Studium direkt mit einem höheren Einstiegsgehalt anfangen kann(ca. 2500 bis 3250 Euro).  Außerdem wird zurzeit so viel darüber diskutiert, dass die Pflegegehälter steigen müssen und einzelne Krankenhäuser beginnen schon freiwillig die Löhne zu steigern. Für mich ist es bisher noch nicht so dramatisch, da meine Ausbildung wie bereits erwähnt vergleichsweise gut bezahlt wird. Wie das nach Abschluss der Ausbildung aussieht wird sich dann zeigen. Ich bin generell interessiert an verschiedenen Weiterbildungen und mache mir dementsprechend noch keine allzu großen Sorgen darüber. Nicht vergessen sollte man auch, dass es in der Pflege noch ganz andere Entlohnungen, als nur das Gehalt gibt. Die Dankbarkeit der Patienten und das Gefühl nach der Arbeit etwas Gutes getan zu haben, macht nicht satt, ist ist aber ebenfalls von großem Wert!